The development of vertical orientation in the spatial representation of sound

TitoloThe development of vertical orientation in the spatial representation of sound
Publication TypeBook Chapter
Year of Publication2002
AuthorsRocconi, E
EditorHickmann, E, Eichmann, R, Kilmer, AD
Ancient AuthorsAristoteles et Corpus Aristotelicum Phil. (TLG 0086), Plato Phil. (TLG 0059), Marcus Terentius Varro (PHI 0684)
Book TitleArchäologie früher Klangerzeugung und Tonordnung = The Archaeology of Sound: Origin and Organisation
Series TitleStudien zur Musikarchäologie 3; Orient-Archäologie 10
Pagination389-392
PublisherLeidorf
CittàRahden
ISBN9783896466402
Abstract

Die vertikale Klangkonzeption, nach der hohe und tiefe Klänge das ‚Aufwärts‘ und ‚Abwärts‘ in der melodischen Bewegung bestimmen, geht von einer räumlichen Vorstellung von Klang aus. Dieses räumliche Klangkonzept hat seine Wurzeln in der griechischen Antike, doch wir haben keinen Beleg für eine vertikale Anordnung von Klängen der Musiknotation [in der Buchstaben für Töne stehen], auch nicht in der Terminologie der Antike für die Beschreibung von Tonhöhen. Die die Tonhöhe bezeichnenden Adjektive wie oxys und barys haben eigentlich keine akustische Bedeutung: die erste bedeutet „scharf, schrill“, die andere „schwer“ [nach Gewicht]. Die alte poetische Assoziation von oxytes mit „stechendem Durchdringen“ hat mit reiner Tonhöhe nichts zu tun, beschreibt aber metaphorisch die Wirkung von Klängen, wenn sie als Gegenstände das Gehör attackieren. Dieses Wortpaar [verwendet „als Metapher für fassbare Objekte“ wie Aristoteles sagt] haben potentiell bereits die vertikal orientierte Richtung in sich: schwere Gegenstände tendieren „abwärts“, wie leichte „aufwärts“ tendieren, sagt Plato im Timaios, und das akustische Prinzip, nachdem ein schwerer Klang in seiner „Fülle“ langsam ist, ein „scharfer“ schnell wegen seiner „Kleinheit“, findet eine Entsprechung in einem Passus in den aristotelischen Problemata [XIX. 37]. Schließlich finden wir verlässliche Anhaltspunkte für die senkrechte Orientierung, wenn die Grammatiker [2./1. Jahrhundert v.Chr.9 die Melodie der Sprachstimme als oxys und barys tonos („scharf“ und „schwertönig“) beschreiben. Als ein graphischer Akzent erstmalig in den Papyri erscheint [soweit wir wissen, nicht vor dem 1. Jahrhundert v.Chr.], zeigt er sicher eine vertikale Richtung an (/). Dies scheint eng verbunden mit der quantitativen Auffassung des Klanges bei einigen lateinischen Grammatikern [besonders bei Varro und Priscian], die den „Klang als Körper“ beschreiben. [http://www.vml.de/e/inhalt.php?ISBN=978-3-89646-640-2]

Notes

The Archaeology of Sound: Origin and Organisation includes papers from the 2nd Symposium of the International Study Group on Music Archaeology at Monastery Michaelstein, 17-23 September 2000. And: Music Archaeology of the Aegean and Anatolia. Papers from the colloquium on Music Archaeology organised by the Deutsches Archäologisches Institut (Istanbul) in cooperation with the ICTM Study Group on Music Archeology (6th meeting) and the Institut Français d' Archéologie (Istanbul), Mimar Sinan University, Istanbul, 12-16 April 1993.

Informazioni

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